Conversation
Edited 8 days ago

Endlich ist sich die Medizin mal einig. Ich habe eine neue Diagnose erhalten. Ich bin jetzt eine Frau über 40. Ob Kreislaufprobleme oder schmerzender Knöchel, egal ob Hausärztin, Hautarzt oder Neurologe, egal mit welchem Leiden ich in welche Arztpraxis komme, früher oder später schaut mich jemand an mit diesem Blick.

„Frau über 40“ ist ein sehr vielfältiges Krankheitsbild, und so gut kennt man sich damit auch nicht aus (gibt es noch nicht so lange und kann höchstens die Hälfte der Bevölkerung treffen), aber einmal diagnostiziert, ist es offensichtlich der Grund für fast alle Probleme, die ein Körper haben kann. Damit ist auch gesagt: „Dafür sind wir nicht zuständig. Wenden Sie sich bitte an Ihre Gynäkologin.“

Das Besondere an der Form von Medical Gaslighting, die alle Menschen trifft, die die Frau-Ü40-Diagnose bekommen können – ob das ihrer Geschlechtsidentität entspricht oder nicht –, ist, dass hier mal eine positive Entwicklung der Grund ist: Es wird mehr über Menopause und Perimenopause gesprochen, und es gibt ein größeres Bewusstsein dafür, dass Wechseljahrsbeschwerden diverser sind als so manche Flinta*-Party.

[...] Neue Kolumne über meine neue Diagnose. @tazgetroete

Für alle ü40 und solche, die es, werden wollen.

https://taz.de/Medizin-fuer-Frauen-ab-40/!6151777/

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Aus eigener Erfahrung wird es ab 60 sogar noch krasser. Man erntet ein Achselzucken. Vor allem von den jungen Ärzt:innen. Das ist verstörend und traurig.
@dedesimone @tazgetroete@mastodon.social

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@dedesimone @tazgetroete
Wenn man dann als Frau_über_40 aber zum Gyn geht, um dort Abhilfe zu erhalten, wird man wieder weggeschickt.

"Viel zu früh". Oder gar "Hab ich ja noch nie gehört dass das ein Symptom sein soll", wenn die einschlägigen Foren und Podcasts voll sind mit Frauen, die genau davon erzählen.

Oder "Tja, da müssense jetz durch, is ja irgendwann vorbei"
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@dedesimone @tazgetroete na dann bin ich mal gespannt wie das demnächst wird wenn ich Frau über 60 bin .

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@dedesimone @tazgetroete @techwitch

Das nämlich. Auch wenn hormonelle Veränderungen nicht der *einzige* Grund für Beschwerden sind, sollte er zumindest mitgedacht werden. Aber sowohl mein Hausarzt als auch meine Gyn waren der Meinung, dass ich mit 42 noch viel zu jung für Perimenopause bin. Meine Gyn wollte von sowas wie einem Hormonstatus gar nichts hören.

Man kann immer in beide Richtungen vom Pferd fallen.

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